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Ebooks – die Zerstörung des klassischen Buches?

Ich habe zum Geburtstag einen Ebookreader bekommen. Die Hälfte der Leser verfällt vermutlich gerade in Schnappatmung, denn Ebookreader scheinen ein sehr kontroverses Thema zu sein. Aus irgendeinem Grund habe ich auch lange Zeit kein Interesse an einem Reader gehabt. Nun habe ich mich doch entschieden auch Ebooks zu lesen und möchte die Gründe und meine Meinung dazu gerne hier darstellen.

Der Tolino Ebookreader mit roter Schutzhülle

Meine ursprünglichen Gründe keinen Ebookreader zu besitzen

Ich habe bereits vor ein paar Jahren schon einmal überlegt mit einen Kindle anzulegen. Es gab viel Auswahl, man kann bei Amazon alle Ebooks runterladen und es gibt prima preiswerte Angebote. Ich hatte damals nicht das Geld dazu und war mir nicht ganz sicher, ob das wirklich nötig ist. Mein Hauptargument war damals noch, dass ich ja ein Buch, das mir nicht gefällt, wieder bei Amazon verkaufen könnte. Damals habe ich das ab und an gemacht. Mit der Zeit wurde das Verkaufen von Büchern immer schwerer, es liessen sich nur die absolut aktuellen Exemplare verkaufen und der Preis wurde immer geringer. Dieses Argument fiel also weg.

Ein Ebookreader für den Regenwald

Mein zweites Argument war, dass ich mir nicht sicher war ob ein Ebookreader wirklich umweltfreundlicher ist. Klar, es werden kaum noch Bäume abgeholzt und das Papier muss nicht auf umweltschädigende Art gebleicht werden. Aber es handelt sich um ein technisches Gerät und diese brauchen allesamt immer Ressourcen, in erster Linie Seltene Erdelemente (SEE).  Und auch, wenn SEE nicht so selten sind, wie der Name es vermutet, sie sind dennoch begrenzt verfügbar, es gibt politische Konflikte um diese Elemente und bisher existiert keine Möglichkeiten sie zu recyclen. Hat man mehrere SEE in einem Gerät, dann kann man nicht einfach durch Schmelzen die Elemente voneinander trennen und wiederverwerten (bei Gold geht das zum Beispiel). Darum ist es auch überhaupt keine gute Idee sich ständig neue Handys, Tablets, Laptops und andere technische Geräte zu kaufen.
Ich habe also in mein Bücherregal geschaut, das immer voller wird und mir überlegt, dass vielleicht ein paar SEE in einem Ebookreader dennoch nicht im Verhältnis zu dem ganzen Papier stehen, das dabei verwendet wird.

Was spricht noch für einen Ebook reader?

Abgesehen vom Umweltschutz, gibt es noch weitere Gründe einen zu kaufen bzw. die Gegenargumente zu widerlegen. Ein optimaler Pluspunkt sind das Gewicht und die Speicherkapazität. Ich habe bereits vor meiner letzten Reise von dem Problem berichtet, dass es schwierig ist eine Buchauswahl für den Urlaub zu treffen. Ich hab dann in Thailand gesessen und überlegt, was ich als nächstes Lese und hatte im Endeffekt auf ganz andere Bücher Lust. Es lässt sich einfach nicht vorher sagen, welches Buch dann im Urlaub interessant ist. Mit einem Ebookreader kann ich viele Ebooks auf einmal dabei haben und habe vor Ort eine bessere Auswahl. Dazu gleite ich dann direkt zum nächsten Argument über: dem Gepäck. Ich weiß gerade nicht was der Tolino wiegt, aber er ist definitiv leichter als jede gebundene Ausgabe und nimmt kaum Platz weg. Ich würde gerne minimalistischer Reisen, mit möglichst leichtem Gepäck. Dennoch sind meine Kameraausrüstung (mit bis zu 4 Objektiven) und auch mein Laptop (plus externe Festplatte) fast immer Pflicht. Ohne die wird keine Reise angetreten. Gerade die Kamera nimmt aber so viel Platz weg, dass der Rucksack oft schon halb voll ist und insgesamt ist mein Handgepäck oft schwerer als mein Aufgabegepäck. Der Ebookreader spart also enorm viel Platz und Gewicht.

Sitze ich am Strand und die Sonne knallt, dann ist ausserdem das Licht kein störender Faktor mehr. Das Display ist auch für intensive Sonneneinstrahlung geeignet, es tut nicht weh in den Augen und reflektiert nicht. Ich könnte also fast so weit gehen und behaupten, dass es sogar einen gesundheitlichen Aspekt gibt.

„Aber Bücher riechen doch so gut“

Der Tolino Ebookreader im Offmodus mit einem Muffin und einer Rose
Es gibt noch eine Menge anderer Wohlriechender Dinge auf dieser Welt. Zum Beispiel ein frischer Kuchen oder ein paar Blumen.

Für mich eines der dämlichsten Argumente in dem Zusammenhang ist übrigens der Papiergeruch. Alberner und egoistischer kann man ja wohl kaum argumentieren. Bücher kaufe ich nicht wegen ihres Geruchs, sondern wegen ihres Inhaltes. Ich will unterhalten werden mit einem spannenden Buch, einer reissenden Geschichte, einem knobeligen Krimi oder einem bildenden Wissenschaftstext, aber ganz sicher will ich keinen Nasenporn haben. Auch sage ich nicht: „ Ich drucke mir Emails immer aus, weil der Geruch vom Papier das Lesen angenehmer macht“ oder „Ich kaufe mir BlueRays, weil der Datenträger so schön reflektiert und das Plastik der Verpackung so schön chemisch riecht.“
Auf der einen Seite kann ich nicht versuchen Plastik zu vermeiden, möglichst wenig importierte Produkte zu kaufen und auch Fleisch reduziert zu essen um die Umwelt möglichst wenig zu belasten. Während ich  auf der anderen Seite den Geruch von Papier als ultimatives Argument gegen Ebooks verwende. Es ist sicherlich nicht möglich alles perfekt zu machen. Auf keinen Fall. Die Umwelt wird eh verschmutzt und wahrscheinlich werden wir unseren eigenen Planeten als riesigen Saustall hinter uns lassen. Aber ich will am Ende nicht schuld daran sein und versuchen den Schaden so gering wie möglich zu halten. Darum ist der Ebookreader für mich eine absolut Wertvolle Anschaffung.

Also war es das mit schicken Bücherfotos?

Das bedeutet nicht, dass ihr in Zukunft nur noch Ebookreader Fotos von mir hier (oder auf Instagram und Facebook) sehen werdet. Nein, ich leihe mir natürlich auch noch Papierbücher (denn auch das ist im Sinne der Umwelt) und will auch nicht ausschliessen, dass ich mir auch ab und an mal ein Buch kaufen werde. Eventuell gibt es ja auch nicht alles als Ebook. Das werde ich in Zukunft herausfinden. Ich bin jedenfalls froh über meinen Tolino und hoffe, dass ich nicht gleich morgen ein Rotweinglas darüber verschütte.

2 Comments

  1. Für mich das wichtigste Argument ist die Hintergrundbeleuchtung (ok, das habe nicht alle).
    Ich lese immer abends im Bett und da schlafen die Kinder. Lampen, die man ans Buch stecken kann oder andere Lösungen stinken gegen einen hintergrundbeleuchteten Ebookreader total ab.
    Da ich deshalb praktisch nur noch Ebooks lese fehlt mir das Schlendern durch Buchhandlungen, dabei finden sich nämlich immer wieder Schätze.
    Keine Ahnung, warum es noch nicht möglich ist, einfach den Barcode zu scannen und das Buch dann schwuppdiewupp auf den EReader zu kriegen … das wäre der Hammer!

    Viele Grüße
    Marc

    • maraike maraike

      So einen ähnlichen Gedanken hatte ich auch schon einmal. Ich finde es schade, dass Ebooks und Buchhändler oft gegeneinander zu arbeiten scheinen. Ich will auf keinen Fall, dass die kleinen Buchläden durch Ebooks zu Grunde gehen. Da muss es doch eine Lösung für gehen.

      Und ja, die Hintergrundbeleichtung ist praktisch, auch unterwegs. Denn im Flugzeug bspw gibt es ja auch diese Mini-Lampen. Aber lesen kann man damit nicht.

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