Skip to content

Ein Statement an den Spiegel Bestseller Sticker

Neulich haben wir einen einen Bericht über das Literaturcamp in Heidelberg bei Tapsis Buchblog gelesen. Dort hat sie zusammen mit Martin Krist an einer Diskussion teilgenommen, die uns zum nachdenken angeregt hat. Kommt die gemeine Leseratte in einen Buchladen so findet man fast immer die gleichen Bücher. Hier ein bekannter Krimiautor, der sein 5. Buch in diesem Jahr veröffentlicht. Da eine Biographie eines derzeit bekannten Politikers, hier ein bekanntes Kinderbuch. Auf jedem 2. Buch pappt der Sticker „Spiegel Bestseller“. In den letzten Jahren haben wir von nixzulesen viele Bücher gekauft. Oft sehr aktuelle, oft teure. Für ein Hardcoverbuch blättert der Lesefreund gerne mal 20- 30 Euro hin. Und leider gab es auch des öfteren Bücher, die wir sehr schnell abgebrochen haben, weil sie stinklangweilig sind.

Wir hatten beide schon Phasen in denen wir keine Lust mehr auf Thriller oder Krimis hatten, weil es einfach immer das Gleiche ist. Die Stories sind vorhersehbar. Zum Teil unlogisch. Es macht manchmal keinen Spaß sowas zu lesen. Da fragen wir uns: wie kann es sein, dass da dieser Spiegel Sticker drauf ist? Hat eigentlich irgendjemand diese Bücher mal gelesen?

Das zerklüftete Verhältnis zwischen Autor und Verlag

Besonders erschreckend (dennoch nicht überraschend) in Tapsis Bericht fand ich, dass die Autoren offenbar öfter dazu genötigt werden ihre Werke umzuschreiben, weil sich das aus Sicht des Verlages besser verkaufen lässt. Wir wollen keine Bücher lesen um irgendeinem Verlag Geld in irgendeine Körperöffnung zu schieben. Sondern wir wollen unterhalten werden. An einem Buch sitzen und nicht mehr aufhören können zu lesen. Das Buch am Ende zuklappen und sich denken „wie geil war das denn?!“ und nicht „ich hab’s kommen sehen“. Der Autor soll für uns schreiben und nicht für den Verlag.

Nieder mit dem Spiegel Bestseller Sticker

Das hat mich persönlich und auch uns beide von nixzulesen zu einer Entscheidung gebracht: Bücher mit dem Spiegel Bestseller Sticker werden gemieden, sofern wir nicht eine direkte Empfehlung von jemandem haben, dass es sich wirklich um ein gutes Buch handelt. Wir wollen gezielt Bücher kaufen und lesen, in denen es nicht nur ums Geld geht, sondern die uns gut unterhalten. Es gibt so viele freie Autoren, die garantiert gute Werke verfassen, dann will ich diese jetzt auch kennen lernen.

Das Ziel in diesem Blog war es schon immer, nicht nur das allerneueste vorzustellen, sondern auch alte Werke, Unbekanntes. Dieses Ziel wollen wir weiter vertiefen. Nicht zu 100% aber zu einem dominierenden Teil. In meinem nächsten Blogpost werde ich ein Buch von Stephen King vorstellen (Spoileralarm!). Ja, das ist ein weltberühmter Autor. Aber das Buch habe ich auf Empfehlung gelesen. Ich würde wieder etwas von ihm lesen, es darf aber auch gerne eines seiner älteren Bücher sein. Wir sind offen für weitere Empfehlungen von unabhängigen Autoren. Kennt ihr jemanden, der so gut schreibt, dass er gar keinen Verlag nötig hat?  Oder schreibt ihr vielleicht selber und wollt uns eure Bücher empfehlen? Lasst es uns wissen.

Gefällt euch dieser Artikel? Abonniere uns doch! Du musst nur rechts in die leiste deine Emailadresse eingeben und dann geschieht alles von alleine 🙂

<a href=“https://www.bloglovin.com/blog/18952727/?claim=qxr8tvczvka“>Follow my blog with Bloglovin</a>

8 Comments

  1. Moin,

    genau zu dem Thema habe ich vergangene Woche auf meinem Blog auch einen Post verfasst und ich sehe es ähnlich wie ihr. Manche Bücher werden aus meiner Sicht grundlos gehypet.
    Ich meide bereits seit Jahren die Bestseller-Regale, außer mir wird ein Buch empfohlen.

    LG

    • Tine Tine

      Vielen Dank Motte Enna. Ich finde es momentan noch recht schwierig, die Bestseller zu umgehen. Man begegnet ihnen ja überall. Man muss gezielt nach unbekannteren Autoren suchen. Mich würde interessieren, wie du das machst. Lässt du dir diese Bücher empfehlen? Gehst du in große Buchhandlungen, wie Dussmann, die mehr als nur die aktuellsten Bücher ausliegen haben? Liebe Grüße, Tine von nixzulesen

  2. Danke für die Erwähnung. Euer Bericht stimmt mich nachdenklich. Denn tatsächlich verführte auch mich schon der Sticker zum Kauf. Das war mal gut, mal war es der flache Schund, den ich nicht mehr lesen wollte. Ihr sprecht mir also aus der Seele! Dafür tausend Dank!

    • maraike maraike

      Ich kann gar nicht sagen, ob mich der Sticker direkt schon einmal zum Kauf verführt hat. Am ehesten ist es schon der Klappentext gewesen und wenn der nicht mal existiert (sondern nur in form von „diese und jene Tageszeitung sagt: stark!“) dann kann der Sticker da drauf kleben wie er will. Aber schön, dass wir dich zum nachdenken anregen konnte. Come to the dark side, we have cookies 😉

  3. Ein sehr interessanter Beitrag. Ich muss aber gestehen, dass ich auf den Aufkleber „Spiegel Bestseller“ gar nicht achte. Ich entscheide beim Bauchkauf entweder aufgrund des Klappentextes oder weil ich den Autor und seinen Stil kenne und weiß, dass der mir gefällt. Natürlich kommen dazu auch Empfehlungen, aber ein Buch kaufen, nur weil es diesen Sticker hat. Nee. Das spielt für mich keine Rolle und ich finde, da sollte man sich all zu sehr drauf fokussieren, weil Geschmäcker ja verschieden sind.

    Was ich aber auch schade finde ist, wenn der Autor Dinge ändern muss, nur damit sich ein Buch besser verkauft. Als Leser möchte ich neue Dinge lesen, nicht nur Altbekanntes bzw das was gerade im Trend ist. Mir fällt das im Krimibereich auch auf, weshalb ich da mittlerweile eher nach meinen bevorzugten Autoren gehe oder danach, ob das Buch mir was Neues bietet. Im Fantasy Young Adul Genre ist es ja leider auch so, dass man da die typischen Klischees und Stereotypen in vielen Büchern wiederfindet.

    • maraike maraike

      Hey, vielen Dank für deinen Kommmentar 🙂 Ich finde es gut, dass du auch lieber auf den Klappentext achtest, statt auf den Sticker. Frech finde ich es auch immer, wenn es gar kein Klappentext gibt. Das ärgert mich richtig.

      Diesen Einheitsbrei finde ich auch furchtbar nervig. Ich will das doch bei Filmen oder bei Musik ebenfalls nicht. Meiner Meinung nach, wird man da als Konsument für dumm verkauft. Aber das ist vermutlich ein ganz anderes Thema, das einen extra Blogpost verdient. 😉

  4. Ich habe auch das Gefühl, dass in Bücherländen immer die gleichen Bücher einen als erstes anspringen – eben Spiegelbesteller und sowas.
    Wenn ich mir dann noch die Preise der Neuerscheinungen anschaue, dann bin ich doch froh, dass ich grundsätzlich NIE Bücher kaufe, sondern in der Bücherei stöbere oder sie mir wünsche.

    Dass Autoren gezwungen werden, das Buch nach Wünschen des Verlags umzuändern, ist ja grausam! Da sollte man sich vielleicht lieber einen anderen Verlag suchen, sofern das finanziell möglich ist…

    Verstehe ich das also richtig, dass der Spiegel den Autoren Storylines vorschreibt, damit sie den Sticker erhalten? Traurig… wo sollen da innovative Storys Platz finden?

    Liebe Grüße

    • maraike maraike

      Ich denke, man darf als Autor nicht erwarten großes Geld mit seinen Werken zu verdienen, sofern man sich nicht von den Verlagen unterbuttern lässt. Das ist meiner Meinung nach auch nicht im Sinne eines Autors. Ich denke man entscheidet sich ja als Autor zu arbeiten, weil man den Kopf voller Geschichten hat, die aufgeschrieben werden sollen und nicht, weil man einem Trend folgen möchte. In Zeiten von Sozialen Netzwerken sollte es nicht so schwer sein auch so an Geld zu kommen, sofern die eigene Arbeit natürlich auch etwas taugt. Wir jedenfalls haben ja explizit dazu aufgerufen uns neue Buchideen zukommen zu lassen. Jetzt liegt es an den Autoren uns zu finden 🙂

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.