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In 80 Tagen um die Welt – Jules Verne

Phileas Fogg ist ein britischer Gentleman erster Güte. Seine Uhr geht immer auf die Minute genau. Eine Verspätung nimmt er sehr übel. Seinen Diener hat er auf Grund von drei Minuten Verspätung und einem Grad kühleren Rasierwassers gefeuert. Seine genauen Worte:

„Das Wasser ist kühler als ich es wünsche. Sie wissen doch, dreißig Grad Celsius. Dieses Wasser hat neunundzwanzig Grad Celsius. Bitte stellen Sie mir zwischen elf Uhr und elf Uhr dreißig Ihren Nachfolger vor.“

Somit tritt Passepartout, ein gebürtiger Franzose, die Stelle des neuen Dieners an.

Der Klassiker " In 80 Tagen um die Welt" von Jules Verne

Die Wette

Fogg  geht, wie jeden Tag, pünktlich zum Londoner Club. Sein kompletter Tagesablauf ist präzise auf die Minute geregelt. Während des täglichen Whistspiels im Club kommt das aktuelle Tagesthema auf: Ein Gentleman hat die Bank of England beraubt. Wohin flüchtet der Dieb? Ein Mitspieler behauptet, die Welt sei groß. Und schon behauptet Fogg, man könne sie in nur 80 Tagen umrunden. Seine Mitspieler glauben ihm nicht und Fogg sieht sich gezwungen dies zu beweisen. Kurzerhand macht er sich mit seinem neuen Diener auf den Weg um in 80 Tagen um die Welt* zu reisen. Sein Weg führt ihn zunächst von London nach Suez (Ägypten) und weiter nach Bombay (Indien). Währenddessen trifft in London ein Telegramm von Scotland Yard ein: Fogg wird des Bankraubs bezichtigt; Geheimagent Fix beantragt den Haftbefehl nach Bombay (seit 1996 Mumbai) zu schicken. Als Jules Verne 1873 den Roman schreibt, befindet sich Bombay noch unter der Kolonialherrschaft Großbritanniens. Deshalb hat Fix die Befugnis Fogg in Indien zu verhaften, sobald er den Haftbefehl vorliegen hat. Fix bleibt nun Fogg und Passepartout dicht auf den Fersen.

Indische Traditionen

Die Zugstrecke von Bombay nach Kalkutta ist wieder voller Überraschungen. Zwischen Rothal und Allahabad gibt es keine Zuggleise. Die Strecke von 82 km müssen Fogg und Passepartout anders überwinden. Sämtliche Fuhrwerke des Ortes werden allerdings von anderen Zugreisenden gemietet, gekauft oder genutzt. Letztlich stehen Fogg, Passepartout und der General Sir Francis Cromarty (Whistpartner während der letzten Schiffsreise) allein am Ende der Gleise. Fogg kauft einem Inder seinen Elefanten für 2.000 Pfund ab und heuert einen Parsen als Reiseführer an. Dieser kennt eine Abkürzung durch den Urwald. Als sie dort rasten wollen, werden sie Zeuge einer veralteten urindischen Tradition. Die junge Frau eines verstorbenen Fürsten soll mit der Leiche zusammen verbrannt werden. Die junge Frau hat kaum eine andere Wahl. Sie wird unter Drogen gesetzt und kann sich nicht mehr wehren. Fogg und Passepartout wollen das jedoch nicht geschehen lassen:

General Sir Francis Cromarty: „Sie haben ja doch ein Herz in Ihrer Brust!“ Fogg antwortete darauf schlicht: „Manchmal, wenn ich Zeit dazu habe.“

Als das Feuer brennt und Fogg nicht an die junge Frau herankommt um sie zu retten, richtet sich plötzlich der Leichnam des Maharadschas auf dem Scheiterhaufen auf, schließt seine junge Frau in die Arme und springt mit ihr durch die Flammen. Fogg und Cromarty trauen ihren Augen nicht. Es war Passepartout, der die junge Frau vor dem Tode rettete.

Abenteuer über Abenteuer

Die Reise findet noch lange nicht ihr Ende. Es geht spannend weiter. Schafft Phileas Fogg es seine Wette zu gewinnen oder scheitert er? Lest es selbst.

Jules Verne schafft es immer wieder ein unbeschreibliches Lesevergnügen heraufzubeschwören. In 80 Tagen um die Welt ist ein humorvoller, abenteuerlustiger Roman. Ich möchte am liebsten ebenfalls um die Welt reisen. Es liest sich sehr schnell weg. Ziemlich untypisch für Jules Verne sind die wenigen physikalisch-mathematischen Andeutungen in diesem Roman. 1875 unter dem Originaltitel Le Tour du monde en quatre-vingt jours* erschienen und seitdem fünfmal verfilmt*, ist der Roman dennoch zeitlos geblieben. Natürlich haben sich die Fortbewegungsmittel stark verändert und die Reisedauer noch um einiges verkürzt. Die Geschichten aber sind nach wie vor spannend geblieben. Für Jung und Alt sehr zu empfehlen.

 

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