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Todesmarsch – Stephen King

Jedes Jahr am 1. Mai findet in den USA der Todesmarsch* statt. Hier laufen 100 Jungen im Alter von 17 Jahren mit. Wer langsamer als 4 Kilometer pro Stunde läuft, bekommt eine Verwarnung. Eine Verwarnung verschwindet nach einer Stunde ohne erneute Verwarnung wieder. Nach der dritten Verwarnung scheidet der sogenannte Geher aus. Er wird erschossen.

Der Todesmarsch von Stephen King. Rezension auf www.nixzulesen.de

Garraty

Wir verfolgen die Geschichte in erster Linie aus der Perspektive von Garraty, aber aus der Erzählerperspektive. Schon zu Beginn des Marsches ist er sich nicht mehr wirklich sicher, ob es eine gute Entscheidung war, daran teilzunehmen. Noch einen Tag zuvor hätte er absagen können.

An den Straßen stehen immer wieder Zuschauer. Sie jubeln den Gehern zu, halten Schilder hoch. Ein hübsches, etwa 16jähriges Mädchen hält ein Schild mit der Aufschrift: „GO-GO-GARRATY NUMMER 47 Wir lieben dich Ray“. Kurzerhand reißt Garraty aus der Gruppe aus, rennt zu dem Mädchen, küsst sie und fasst ihr an den Hintern. Dafür kassiert Garraty zwei Warnungen. Er ordnet sich wieder in den Marsch ein und hält sein Tempo bei knapp über 4 km/h… vorerst.

Verlierer

Alle Teilnehmer bekamen vor dem Marsch Regeln bzw. Hinweise. Ein Hinweis lautete, keine Turnschuhe zu tragen. Eine Regel besagte, keine anderen Geher zu behindern. Ewing trägt Turnschuhe und hat sich bereits nach kurzer Zeit Blasen gelaufen. Barkovitch ist ein arroganter Typ, der auf den Gräbern der anderen tanzen will. Damit macht er sich keine Freunde. Man erfährt nach und nach mehr über die einzelnen Läufer; über Läufer, die ausscheiden. Sie schließen teilweise Freundschaften, obwohl sie Konkurrenten sind, im nächsten Moment hassen sie sich wieder.

Wer wird überleben? Wer gewinnt diesen Marsch? Gibt es überhaupt einen Gewinner?

Nach gut 2 Stunden Marsch fällt der erste schon mehrmals zurück. Curley hat einen Wadenkrampf. Er bekommt drei Warnungen, rafft sich dann aber wieder auf und hält durch. Doch nicht lange. Der Wadenkrampf kommt zurück. Die Soldaten zücken ihre Waffen und Curley wird erschossen. Es sind nur noch 99 Geher… Es folgen nach und nach weitere Schüsse.

Sie laufen Stunden, sogar Tage und Nächte. Es gibt keine Pausen, es gibt kein Entrinnen. Einmal dabei heißt es nur noch laufen oder sterben.

Sinn oder Unsinn?

Warum nehmen die Jungen daran teilen? Ganz einfach: Der Sieger bekommt alles, was er möchte. Logisch? Nein… Die Teilnehmer haben nichts zu verlieren. Sie wollen sterben. Kein normaler Mensch würde sonst an so einem Marsch teilnehmen.

Beim Lesen war ich immer wieder entsetzt. Meine Stimmung wechselte permanent zwischen den amüsanten Gesprächsthemen und dem Grauen der eigentlichen Situation. Genau so hat es Stephen King auch gewollt. Im ersten Moment witzig und peng… wird der nächste erschossen.

Stephen King* schafft mit diesem Roman eine psychische Brutalität. Es geht auf die Knochen, es erschüttert bis ins Mark. Er stellt die Situationen und Gesprächsthemen so banal realistisch dar, dass man sich vorstellen könnte, diesen Marsch gäbe es wirklich. Die Teilnehmer werden auf die psychische Belastbarkeit geprüft und wer diese Prüfung verliert, stirbt.

 

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