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Papierbücher lesen – Eine große Plastiksünde?

Der Instagram-Beitrag von frank.menden hat uns dazu inspiriert ein wichtiges Thema aufzugreifen, das auch für die Bücherbranche relevant ist: Plastikmüll. Diese hauchdünne Schutzfolie wird um viele Bücher gewickelt. Nixzulesen hinterfragt diese Tatsache und zeigt, wie man Papierbücher lesen und dabei trotzdem die Umwelt schonen kann.

Plastikhaufen von nur wenigen Büchern.

Warum werden Bücher überhaupt eingeschweißt verkauft?

Die Frage nach dem Warum ist ziemlich einfach zu beantworten. Die Kunden bezahlen für ein Hardcoverbuch etwa um die 20,00 Euro, mit Bändchen gleich nochmal 3,00 Euro mehr. Dafür wollen sie dann keine Fingerabdrücke oder angeschlagene Ecken an ihren neuen Errungenschaften haben. Denn solche Bücher wären Ladenhüter, sagt zumindest der Buchhandel. Aber ist das tatsächlich so? Der Inhalt des Buches verändert sich dadurch nicht. Es ist die gleiche spannende Geschichte. Jetzt mal Hand aufs Herz: Wem geht es genauso beim Kauf eines langerwarteten neuen Buches? Lasst ihr Bücher mit kleinen Makeln, die kaum sichtbar sind, stehen?

Plastikmüll in den Ozeanen

Der Grund für die Notwendigkeit darüber zu reden, ist natürlich der riesige Plastikteppich im Pazifik. Auf einer Fläche so groß wie Zentraleuropa tummelt sich Plastik herum. Erst letztes Jahr wurde ein weiterer Plastikmüll-Strudel größer als Mexiko entdeckt. Wer das immer noch nicht wahrhaben will, sollte sich das unten verlinkte Video ansehen. Aufgenommen wurde es von einem Taucher vor der eigentlich wunderschönen Insel Nusa Penida, nahe Bali. Kein Taucher will erleben wie, anstatt bunter Fische Plastikteile herumschwimmen.

Und damit noch nicht genug. Schildkröten verenden an Plastikstrohhalmen, die sich in deren Nasen verhaken oder sterben, weil sie Plastikteile für Futter halten und essen. Alles, was von Forellen oder Thunfischen gefressen wird, landet am Ende wieder auf unserem Teller.

Immerhin wurden bereits einige plastikfreie Lebensmittelgeschäfte eröffnet. Was in den Supermärkten leider noch nicht angekommen ist, kann vor allem in der Bücherbranche ganz leicht umgesetzt werden, wenn alle an einem Strang ziehen.

Mehr zum Thema Umweltverschmutzung durch Plastikmüll könnt ihr hier und hier lesen.

Wie kann man selbst zum Umweltschutz beitragen?

Das Bewusstsein dazu beginnt in den Köpfen jedes Einzelnen. Möchte man eine Neuerscheinung unbedingt sofort lesen, kann man der Schutzfolie zur Zeit kaum entgehen. Meistens reicht es jedoch schon, auf die Taschenbuchausgabe zu warten. Aber das wollen die Meisten ja auch wieder nicht. Alternativ ist natürlich auch die eBook-Variante sehr zu empfehlen. Einen eBook-Reader muss man sich dazu natürlich erst einmal kaufen oder schenken lassen. Das eBook spart dagegen aber wieder ein paar Euro pro Buch ein. Die Gründe, die für einen Ebookreader sprechen haben wir in diesem Artikel aufgeführt.

Nicht nur aus Umweltschutzgründen ist diese Folie ärgerlich. Das Einschweißen der Bücher wird von den Verlagen sogar zusätzlich in Rechnung gestellt. Wer bezahlt das? Letztlich geht hier die Marge des Autors flöten, die ja sowieso schon sehr gering ist. Auf Grund der Buchpreisbindung in Deutschland könnte man ohne Folie also wenigstens den Autor mehr unterstützen. Thriller-Autor und Selfpublisher Martin Krist empfiehlt dazu:

„So sehr ich als Leser gedruckte Bücher mag, als Autor dürfen meinetwegen nur noch eBooks gekauft werden.“

Sein neuestes Buch „Stille Schwester“ erscheint übrigens im Juni 2018.

Für alle nicht eingeschweißten Papierbücher empfehlen wir, wie im Straßenverkehr, gegenseitige Rücksichtnahme. Fasst die Bücher im Laden nicht mit „Pommesfingern“ an; denkt immer daran, dass auch ihr ein sauberes Buch kaufen wollt. Vielleicht denken die Verlage auch bald um, denn das Plastikproblem ist allen bekannt und existiert schließlich nicht nur in der Bücherbranche.

Wir haben nur diese eine Welt. Helft mit sie zu erhalten!

5 Kommentare

  1. Hi, Danke für diesen wichtigen Beitrag. Mir blutet das Herz bei den Bildern und Videos. Allerdings muss ich mir auch an die eigene Nase packen, da ich viel zu wenig auf Plastikvermeidung achte. Warum packt man HC nicht einfach in biologisch abbaubare Plastikhüllen? Die verrotten und können keinem Tier gefährlich werden.
    Lg Denise

    1. Vielen Dank, liebe Denise. Die biologisch abbaubaren Plastikhüllen wären vor allem in der Lebensmittelindustrie sehr interessant. Bei Büchern finde ich es absolut unnötig. Taschenbücher werden ja auch nicht eingeschweißt verkauft. Da klappt das komischerweise. Dennoch stimme ich dir zu. Biologisch abbaubare Hüllen sind immernoch besser als die aus Polyolefine. GLG Tine

      1. Man könnte sie auch einfach gar nicht verpacken, denn oft sind auch die biologisch abbaubaren Plastikhüllen nicht wirklich umweltschonend. Es ist generell auch einfach doof, dass es immer eine „Elite-Variante“ eines Buches geben muss und einige Zeit später, die preiswerte „Ramsch-Variante“.

  2. Interessanter Beitrag. Ich habe heute zwei Bücher von Thalia zugestellt bekommen und beide waren nicht in Folie eingepackt. Geht doch! Vielleicht sollte man einfach warten, bis die Taschenbuchvariante erscheint, falls man keinen eBook-reader hat .

    1. Liebe Liane, ich bin ganz deiner Meinung. Wie oft kommt es vor, dass man unbedingt sofort das neueste Buch haben will und dann liegt es doch erst einmal eine Weile im Regal, weil man erst die anderen Bücher lesen will. Bis dahin ist dann wohl auch das Taschenbuch erschienen. Liebe Grüße, Tine

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