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Lesung: Qualityland von Marc-Uwe Kling

Das Tempodrom in der Abendsonne – ein sehr interessantes Gebäude übrigens

Es ist euch eventuell schon aufgefallen, dass ich ein kleiner Fan von Marc-Uwe Kling bin. Als ich gehört habe, dass er einen neuen Roman geschrieben hat, war mir sofort klar, dass ich es dieses mal schaffen will zur Buchlesung zu gehen. Beim Känguru hat das immer nicht geklappt, weil die Lesungen unglaublich schnell ausverkauft waren. Das gleiche gilt auch für die Lesedüne, die alle zwei Wochen im SO36 stattfindet. Der neue Roman heißt Qualityland* und erschien am 19. September im Ullstein Verlag. An diesem Tag war auch die Lesung im berliner Tempodrom.

Ich bin zunächst mit gemischten Gefühlen an die Lesung herangegangen. Auf der einen Seite finde ich es gut, dass er sich etwas von dem Känguru löst und er es mit einem neuen Handlungsstrang versucht. Auf der anderen Seite besteht auch immer der Hauch einer Gefahr, dass sein Talent sich nur auf eine Idee beschränkt hat. Im tiefsten Innern war mir aber eigentlich schon klar, dass das nicht der Fall sein wird.

Der Beginn verzögert sich

Also sitze ich am 19. September um 20 Uhr ganz gespannt auf meinem Platz in der Manege und warte, dass es losgeht. Es kam zu einer Verzögerung. Nach etwa 15 Minuten betritt Marc-Uwe die Bühne und erklärt uns, dass es ein Sicherheitsproblem gibt für das weder er noch wir etwas können. Er erzählt uns eine witzige Anektdote, wie er hinter der Bühne einen alten Stern vom April 2015 gefunden hat, in dem die reißerische Überschrift lautete: Die große Gefahr. Er lässt uns einen Moment grübeln, was das sein könnte. Na? Na? Die Antwort lautet: Sitzen. Na sowas. Er hat darum gebeten, dass wir vielleicht zu diesem Spielstand zurückkehren könnten, in dem Sitzen die größte Angst bei den Deutschen auslöst. Recht hat er.

Rezension zur Lesung Qualityländ mit Marc-Uwe Kling
Ich konnte mit meinem alten Handy und den dortigen Lichtverhältnissen leider kein vernünftiges Foto während der Lesung schießen. Also musste ich etwas experimentieren.

Nett, wie Marc-Uwe ist, will er schließlich noch warten bis auch jeder im Saal seinen Platz eingenommen hat und lenkt uns etwas mit falsch zugeordneten Zitaten ab. Wer diese Spielerei mag, kann sich übrigens die „Game of Quotes“-App oder das Kartenspiel dazu kaufen. Ist witzig.  Als dann wirklich jeder seinen Platz eingenommen hat geht es endlich los. Er fängt an zu lesen und wird ab und an von seinem Bassisten Boris unterbrochen, der kleine Jingles trällert. Das passt auch durchaus zum Buch, denn auch dort gibt es immer wieder kleinere Werbeseiten in denen Produkte, Filme und anderes aus Qualityland beworben werden.

Worum geht es also?

Um Qualityland. Ein Land, das früher mal anders hieß, aber eine Art Neuanstrich gebraucht hat. In Qualityland werden die Leute in Ränge eingeteilt, bist du in einem Rang mit einer einstelligen Zahl, gehörst du zu den Nutzlosen. Dein Nachname wird bestimmt durch den Beruf der Eltern. Hast du Wünsche? Geheime Wünsche? Kein Problem, der Onlinehändler „The Shop“ erfasst sie und liefert sie dir ungefragt mit einer Drohne nach Hause. Suchst du einen Partner? Kein Problem, anhand deines Ranges wird von „Qualitypartner“ ein zu dir perfekt passender Partner gefunden. Auf die gleiche Art findest du auch Freunde. Diese Servicedienste kannst du ganz leicht bezahlen, in dem du dein Pad benutzt und die Touch-Kiss Zahlungsmethode wählst.

Ich versuche nicht zu sehr ins Detail zu gehen um niemanden zu Spoilern, aber so viel sei gesagt: Wer die Känguru Bücher von Marc-Uwe Kling mochte, dem wird auch Qualityland gefallen. Anstelle des Kängurus gibt es andere Charaktere, die eine witzig, spritzige Handlung vorantreiben. Der Humor ist der selbe. Die Handlung scheint erschreckend gut den Zeitgeist widerzuspiegeln.

Auf dem einzigen guten Foto ist Marc-Uwes Gitarre zu sehen. 😀

Das Buch erscheint in zwei verschiedenen Versionen. Eine helle und eine dunkle. Die Geschichte ist an sich die gleiche, allerdings sind diese Werbeseiten unterschiedlich. Wer sich die eine Version gekauft hat, bekommt allerdings einen Link auf dem er sich die anderen Seiten downloaden kann.

Marc-Uwe Kling auf der Bühne

Trotz der anfänglichen Verzögerung hat die Lesung sehr viel Spaß gemacht. Die Kapitel wurden unterbrochen von kurzen Songs mit Marc-Uwe und Boris, die natürlich auch meist witzig mit dem altbekannten sozialkritischem Humor unterlegt waren. Das ist auch das besondere an Marc-Uwe Kling, finde ich. Er spricht ernste Themen an, ohne dass es einem zum Hals raus hängt und man genervt davon ist. Dennoch ist einem das Übel bewusst, das er anspricht. Ich hoffe, er wird noch viele weitere tolle Bücher schreiben, egal ob mit oder ohne Känguru. Er wird immer eine Möglichkeit finden uns zu begeistern.

Wie ihr auf dem Foto oben seht, habe ich mir das Hörbuch gekauft. Ihr werdet also bald unsere erste Hörbuch Rezension hier zu lesen bekommen 😉

 

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3 Kommentare

  1. Liane Hofer Liane Hofer

    Ich hatte auch schon daran gedacht hinzugehen, aber es gab andere Verpflichtungen. Danke für den ausführlichen Bericht. Ich werde demnächst ein Hörbuch kaufen müssen.

    • maraike maraike

      Ach schade, ich war nämlich alleine dort. So hätte ich jemanden gehabt, der sich mit mir das Popcorn teilt.

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