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Hans Fallada : Die Biographie – Peter Walther

Rudolf Ditzen, der eigentliche Name von Hans Fallada. Eine faszinierende Persönlichkeit der Weltkriegszeit. Damals ein sehr bekannter Schriftsteller, heute fast etwas in Vergessenheit geraten. Um etwas mehr über ihn zu erfahren, habe ich seine Biographie gelesen, verfasst von Peter Walther.

Buchbesprechungen lese ich schon lange nicht mehr, weil ich weiß, wie sie oft zustande kommen und weil ich noch nie etwas aus ihnen habe lernen können

Biographie von Hans Fallada auf www.nixzulesen.de

Geboren wurde er 1893 und erhielt den Namen Rudolf Friedrich Wilhelm Ditzen in Greifswald. Dort hatte er zunächst eine recht ruhige Kindheit mit zwei Geschwistern. Doch schnell machen sich Depressionen bei ihm bemerkbar. Bereits in der Schulzeit muss er mehrmals in psychiatrische Kliniken eingewiesen werden. Höhepunkt in seiner Jugend (in Bezug auf die Psyche) ist vermutlich das „Selbstmordduell“ mit seinem Freund Hans Dietrich von Neckar, der auch in Folge dieses Duells stirbt. Rudolf allerdings überlebt verletzt. Bereits in dieser Zeit beginnt er zu schreiben und zeigt immer wieder herausragende Leistungen in Deutsch.

Die Jahre zwischen 1920 und dem zweiten Weltkrieg lesen sich sehr chaotisch, nehmen aber auch den größten Teil ein in dem Buch. In dieser Zeit wechseln sich Falladas Klinikaufenhalte mit kleinen Jobs in Verlagen ab. Er wird morphium- und alkoholabhängig, nimmt auch häufig Schlaftabletten. Er schreibt, hat aber nur unregelmäßig erfolg.  Man sieht gar nicht richtig durch, wann er wie lange in welcher Klinik war. Etwas halt kann ihm irgendwann seine zukünftige Frau Suse geben, mit der er 15 Jahre in einer sehr turbulenten Ehe in Carwitz lebt. Suse muss viel aushalten, nicht nur die psychische Labilität ihres Mannes. Fallada hat auch öfter Affären. Es werden mehrere Kinder geboren, das jüngste Kind ist Uli. Der Sohn gibt der Familie ein bisschen Stabilität. Schlimm wird es als Zwillinge geboren werden und eines der beiden Mädchen wenige Tage später stirbt. Neben den vielen Klinikaufhalten gibt es auch einige Gefängnisaufenthalte. Einer der Aufenthalte war Grundlage für das Buch „Wer einmal aus dem Blechnapf frisst“.

Im zweiten Weltkrieg werden seine Werke zwar skeptisch begutachtet, er bekommt aber wenige Probleme deshalb (vergleichsweise jedenfalls). Im Gegenteil, er absolviert sogar den Reichsarbeitsdienst. Aber auch der verläuft nicht ohne Klinikaufenthalt.

Das turbulente Privatleben

Als seine Ehe geschieden ist, ist er bereits mit einer neuen Frau, Ulla, zusammen. Zusammen konsumieren sie viel Morphium in dramatischen Mengen. Oft müssen sie sich getrennt in den Anstalten aufhalten. Zudem trennen sie sich immer wieder und sind kurze Zeit später wieder zusammen. Manchmal will Fallada in den kurzen Trennungszeiten wieder zu Suse zurück. In der Nachkriegszeit leben Ulla und Fallada in einer Sechsraumwohnung in Berlin. Ihnen stehen aber nicht alle Zimmer zur Verfügung. Da es leichter ist in Berlin zur Schule zu gehen als in Carwitz sollen auch seine Kinder in Berlin leben. Die bekommen natürlich seinen Verfall mit, zu dem auch häufig Tobsuchtsanfälle gehören.

Das Ende eines Genies

Am 5. Februar 1947 stirbt Fallada mit 53 Jahren an Herzversagen.  Also schlussendlich an seinem Drogenkonsum. Kurz vorher schreibt er in wenigen Tagen das Buch „Jeder stirbt für sich allein“. Ich wusste am Anfang des Lesens gar nicht wie alt Fallada wurde, darum dachte ich zwischenzeitlich auch, dass der kaum 30 geworden sein kann, bei so einem Lebenslauf. Seine Biographie zeigt sehr deutlich zu was manche Menschen fähig sind, trotz großen Leidens. Hans Fallada ist ein gutes Beispiel dafür, dass Genie und Wahnsinn meist sehr nah beieinander liegen.

Einige seiner Werke wurden auch verfilmt. Er wird dadurch einer der meist verfilmten deutschen Schritsteller. Wer hätte das gedacht? Ich nicht. Wobei die Deutsche Fernsehkunst ja eigentlich schon immer zu wünschen übrig gelassen hat. Ist also vielleicht kein Fakt mit dem man Prahlen kann.

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