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Vintage – Grégoire Hervier

Wir haben ja vor einigen Monaten eine Lovelybox gewonnen. Von der Ausbeute dieses Gewinns haben wir euch bereits „Der Palast der Finsternis“ von Stefan Bachmann vorgestellt. Zufällig wurde ein zweites Buch aus der Box neulich bei Brot und Bücher vorgestellt. Vintage von Grégoire Hervier*.

Wie das Cover des Buches schon vermuten lässt geht es irgendwie um Musik. Genauer gesagt geht es um Gitarren. Der Junge Thomas Dupré lebt in Paris und arbeitet nebenbei in einem Gitarrengeschäft, in dem er auch alte Gitarren repariert. Hauptberuflich ist er eigentlich Musiker, aber damit allein lässt es sich leider kein Geld verdienen. Eines Tages bittet sein Chef Alain ihn einen Auftrag für ihn zu übernehmen. Er soll nach Schottland fahren und dort einem reichen Lord eine seltene Gitarre überbringen. Thomas nimmt den kostenlosen Kurztrip nach Loch Ness gerne an. Angekommen auf Lord Winsleys Anwesen bekommt Thomas eine beeindruckende E-Gitarrensammlung zu sehen. Viele alte Gitarren, seltene Stücke, gespielt von berühmten Musikern befinden sich in der Sammlung. Thomas bekommt sogar die Möglichkeit die Gitarren zu spielen.

Die Gibson Moderne

Vintage von Grégoire Hervier auf www.nixzulesen.de
Vintage – ein Buch eher für Musikliebhaber

Schlussendlich zeigt ihm Lord Winsley in einem abgetrennten Raum zwei besonders seltene Stücke.  Die Flying V und die Explorer von

1958, hergestellt von der Marke Gibson. Doch eigentlich gehört noch ein drittes Model in diesen Raum, die Moderne. Bei dieser Gitarre handelt es sich um einen Gitarrentypen, der seit 1982 produziert wurde. Die Idee zu dieser Gitarre entstand allerdings zeitgleich mit den Modellen Flying V und Explorer. Ob in den 50er Jahren wirklich ein Prototyp der Gibson Moderne produziert wurde ist bis heute stark umstritten. Also wirklich in der Realität, nicht nur in dem Buch. Aber das Buch nimmt diesen Mythos auf.

Lord Winsley schwört darauf, dass er ein Modell der Moderne besessen hat und ein Mann aus seinem Dorf ihm diese geklaut hat. Kurze Zeit später wurde dieser Mann tot aufgefunden. Es gibt keinerlei Möglichkeiten für Lord Winsley der Versicherung zu beweisen, dass er die Moderne tatsächlich besessen hat. Thomas wird von dem Lord dazu beauftragt Beweise für die Existenz der Moderne zu sammeln. Er bietet ihm eine Million dafür. Thomas nimmt sich der Aufgabe an und beginnt eine kleine Reise in die Rockgeschichte, vor allem in den USA.

Ab diesem Punkt nimmt es leichte Krimizüge an. Die ganze Geschichte verläuft nicht ohne das ein oder andere Verbrechen. Zusätzlich bekommt man als Leser einen Einblick in die Geschichte des Rock’n’Roll und erfährt sehr viel über verschiedene E-Gitarren.Toll finde ich übrigens, dass die Kapitel keine Überschriften oder eine Bezifferung haben, sondern eingeteilt sind wie ein Song. Also Kapitel 1 ist das Intro, Kapitel 2 die erste Strophe und so weiter.

Ein Buch nur für Freunde der gepflegten Gitarrenmusik?

Bei der Vorstellung in der Buchbox wurde damals gesagt, dass das Buch auch was für Leute ist, die sich nicht so sehr für Rock interessieren. Ich bin da anderer Meinung, man sollte schon eine leichte Tendenz zur Rockmusik besitzen oder wenigstens eine Sammelleidenschaft besitzen um das Engagement nachvollziehen zu können. Ich selber höre zwar auch Gitarrenmusik, aber Rock ist mir etwas zu soft und viele Musiker oder Songs kenne ich nur beim Namen. Zwischenzeitlich fiel es mir daher auch schwer den Überblick zu bewahren. Am Ende wurde es dann aber nochmal spannend. Es war nicht so dramatisch, dass ich nicht jeden erwähnten Song kannte. Das Ende hat mir sehr gut gefallen. Wenn die Geschichte für euch bisher interessant klang, lest es ruhig. Wenn es für euch nix besseres als Popmusik gibt, dann überlegt es euch besser.

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